Träum weiter! – Sehnsucht nach Veränderung

„Ein einfühlsamer Film über Visionäre und Visionärinnen, der alles hat, was man zum Träumen braucht.“Kultura Extra

„Der Kino-Film zeigt Menschen, die grundlegende Veränderungen leben und beweist, dass es Alternativen zum Alltagstrott gibt.“Utopia

Ein abendfüllender Dokumentarfilm von Valentin Thurn
Eine Koproduktion mit der Schnittstelle Köln, EIKON und dem RBB
Kinoverleih von Alamode Film

Kinostart: 30.09.2021

Fünf Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Designer Van Bo Le-Mentzel fordert mietfreies Wohnen für alle und zeigt wie das mit Tiny-Häusern geht – mitten in Berlin! Erfinder Carl-Heinrich von Gablenz will Schwerlasten mit Ballons schweben lassen, obwohl er mit seiner Idee schon einmal Pleite gegangen ist. Line Fuks wandert mit Kind und Kegel nach Portugal aus, damit ihre Kinder nie mehr in die Schule gehen müssen, sondern nur noch lernen, was sie wollen. Aktionskünstler Joy Lohmann baut schwimmende Inseln – aus Müll! Und Günther Golob hofft auf eine Reise ohne Wiederkehr: als Mitglied der ersten Besiedlungsmission auf dem Mars. „Träum weiter!“ begleitet fünf Protagonisten, die nach Alternativen suchen – für sich selbst, aber auch für die Gesellschaft. So verschieden ihre Ideen von einem anderen Leben auch sein mögen, so sehr verbindet sie ein gemeinsamer Ausgangspunkt: ein Traum, der sich erst tief im Inneren entwickelt und dann immer weiter nach Außen drängt. Aber warum schaffen gerade sie es, ihre Träume ernst zu nehmen und an ihre Realisierung zu glauben? Regisseur Valentin Thurn geht diesem Geheimnis auf die Spur und entdeckt, was die Träumer antreibt, um ihre Utopien zu entwerfen und ist dabei, wenn sie versuchen, diese in die Tat umzusetzen.

Zusätzliche Informationen:
Co-Autor: Sebastian Stobbe
Kamera: Gerardo Milsztein
Ton: Michael Arens, Thomas Funk
Montage: Birgit Köster
Musik: Pluramon
Lyrik: Doris Schilz
Sprecherin: Dagmar Manzel
Sound-Design & Mischung: Jörg Höhne, Studio Mitte
Color Grading: Tobias Schaarschmidt, Studio Mitte Aufnahmeleitung
SCHNITTSTELLE: Tatjana Röhrig
Herstellungsleitung EIKON: Nick Pastucha
Produktionsleitung rbb: Rainer Baumert
Redaktion rbb: Rolf Bergmann
Ausführende Produzentin SCHNITTSTELLE: Astrid  Vandekerkhove
Koproduzent ThurnFilm: Valentin Thurn
Koproduzent EIKON: Ulli Pfau

Weiterführende Links:
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Der Film

Was braucht es eigentlich, um heutzutage seinen Traum von einem anderen Leben in die Tat umzusetzen? 
TRÄUM WEITER! versucht dieses Geheimnis zu lüften, in dem er fünf Menschen bei der Realisierung ihres ganz persönlichen Traums begleitet.

Es sind persönliche Revolutionen, mal größer, mal kleiner, die Joy, Van Bo, Line, Carl-Heinrich und Günther anzetteln. Denn sie haben sich in den Kopf gesetzt, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben und gängige Denkmuster zu durchbrechen. Während die eine davon träumt, dass ihre Kinder ohne Schule aufwachsen, möchte der andere zu den ersten gehören, die den Planeten Mars besiedeln. Sie sind Fantast*innen, Idealist*innen, Pionier*innen – und allen ist eines gemeinsam: Sie haben für sich entschieden, dass Selbstfindung nur dann funktioniert, wenn man Ziele nicht länger vor sich herschiebt und endlich den Mut aufbringt, seinen Traum zu leben. Die eigene Wirklichkeit ändern zu wollen, ist das eine. Und wahrscheinlich leichter gesagt, als getan. Doch loszulassen, zu sich selbst zu finden und seine Vision zu verfolgen, ist, wie sich schon bald zeigt, ein Weg, der nie zu Ende ist…

Rund drei Jahre hat Dokumentarfilmer Valentin Thurn („Taste the Waste“) die Protagonist*innen seines Films TRÄUM WEITER! Sehnsucht nach Veränderung begleitet. Dabei ging der Autor und Regisseur der Frage nach, wie Menschen, die ihrem Alltagstrott entfliehen wollen, den Spruch „Lebe deinen Traum!“ mit Sinn erfüllen und in die Tat umsetzen. Immer wieder überraschend, mit großer Nähe, sensibel und ausdrucksstark gefilmt sind Porträts entstanden, die von unbeirrbaren Held*innen voller Optimismus, Mut und Lebensfreude erzählen. „Viele Menschen suchen heute nach echten Alternativen“, sagt Regisseur Valentin Thurn, „für sich selbst und die Gesellschaft.“ Anhand von fünf eindrucksvollen Beispielen zeigt er mit TRÄUM WEITER! Sehnsucht nach Veränderung, wie aufregend dieser Weg sein kann.

Die Protagonist*Innen

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JOY LOHMANN

Der Designer Joy Lohmann träumt von Inseln, die er selbst baut. Nicht alleine, sondern mit vielen Freiwilligen, und immer aus Abfällen, alten Plastikflaschen zum Beispiel. Sie sind ein Fanal gegen den Klimawandel, aber auch eine praktische Lösung möglicherweise, um Menschen vor einer Überschwemmung zu retten. Der Schwerpunkt der Arbeit in Deutschland liegt auf der Symbolkraft der Inseln, mit der auf den Klimawandel aufmerksam gemacht werden soll.

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LINE FUKS

Als Line und Katja Fuks sich kennenlernen, steht schnell fest, dass sie die vier Kinder von Line und die drei von Katja gemeinsam erziehen wollen. Sie entscheiden sich für den Weg des Freilernens. Das Problem ist nur, dass in Deutschland Schulpflicht für alle herrscht. Deshalb wandern sie nach Portugal aus, wo sie auf einem verwilderten Grundstück einen alten Bauernhof renoviert haben. Hier können ihre Kinder, zwanglos,  in Eigenregie lernen, was sie wollen.

Instagram: @wildnisfamilie / Website: wildnisfamilie.net
Nächstes Projekt „Gnadenhof“ / Blogpost „Warum Schule?“

 
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VAN BO LE-MENTZEL

Van Bo Le Mentzel entwirft und baut Tiny-Häuser, stellt sie auf den Berliner Straßen auf und schafft so öffentliche Begegnungsorte. Er fordert mietfreies Wohnen für alle und zeigt wie das mit Tiny-Häusern geht. Sein großer Traum aber ist das „Co-Being-Haus“, ein Modell gegen Wohnungsnot und Vereinsamung, das jetzt im Berliner Studentendorf gebaut werden soll.

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CARL-HEINRICH VON GABLENZ

Carl-Heinrich von Gablenz war erfolgreicher Manager in einem Maschinenbau- Konzern, als er beschloss, alles an den Nagel zu hängen und für ein Jahr mit der Familie in die USA zu gehen. Dort entwickelte er eine Idee, die sein restliches Leben bestimmen sollte: Die Leichter-als-Luft-Technologie zum Transportieren von Lasten, auch bekannt als Zeppelin. In einer riesigen Halle in Brandenburg sollte der „Cargolifter“ entstehen – bis ihm die Finanzkrise einen Strich durch die Rechnung machte und zur Insolvenz zwang. Doch Carl Heinrich v. Gablenz will nicht aufgeben, er hält seine Idee für bahnbrechend, zwar langsamer, aber dafür billiger und umweltfreundlicher als Flugzeuge oder Helikopter.

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GÜNTHER GOLOB

Günther Golob hat eine Kulturagentur in Graz geleitet, bevor er alles aufgab, um sich nur noch auf seine Bewerbung für die Mars-One-Mission zu konzentrieren. Und tatsächlich: Die erste Prüfung hat er bestanden, von über 200.000 Bewerbern wurden jetzt 100 für die letzte Runde ausgewählt. Der Marsflug einer privaten Investoren-Gruppe soll 2026 stattfinden. Ein One-way-Ticket auf den Mars – für viele klingt das wie Selbstmord. Nicht so für den Österreicher: Er will bei der ersten Mars-Kolonisierung dabei sein. Weitere Flüge sollen weitere Menschen bringen.

„Wir werden uns Gedanken über eine ganz neue Gesellschaft machen. Zum Beispiel: Soll es dort Geld geben oder besser nicht?“

Director's Note

Ich will den Zuschauern Lust machen, aus ihrer persönlichen Tretmühle auszubrechen und ihren Träumen nachzugehen, indem ich das Beispiel von fünf Menschen schildere, die etwas Neues schaffen oder ihrem Leben eine ganz neue Richtung geben. Zwar sind ihre Ziele und Motivationen ganz unterschiedlich. Aber allen ist gemein, dass sie bereit sind, Widerstände zu überwinden, äußere wie innere, um ihrem Traum, ihrer Vision oder Utopie zu folgen. Natürlich hat das Thema auch mit mir zu tun, weil auch ich in einem Hamsterrad gefangen war.

Nach vielen Kino-Diskussionen wurde mir klar, wie ungeduldig die jüngeren Zuschauer inzwischen sind. Sie wollen grundlegende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, und sie wollen keine neuen Gurus, die tolle Ideen predigen, aber ihr Leben nicht danach ausrichten. Authentizität ist gefragt, die Veränderung soll bei jedem Einzelnen beginnen. Ich war mit meinen Protagonisten während der Dreharbeiten zwei bis drei Jahre in engem Kontakt und wurde dadurch selbst angeregt, mich aus meinem Alltagstrott zu lösen. Das gleiche will ich bei den Zuschauern erreichen. In einer Zeit, in der das Wirtschaftssystem als „alternativlos“ (Angela Merkel) gilt, suchen viele Menschen nach echten Alternativen – für sich selbst und die Gesellschaft. Vor allem junge Menschen fragen sich zunehmend: Wie kann ich dem Hamsterrad entkommen, in das man mich zwängen will? Sie spüren, dass sich das ökonomische System unablässig beschleunigt. Es funktioniert nur, indem wir andauernd produzieren und konsumieren. Immer rasanter wird so unser Lebenstempo, immer überreizter werden unsere Sinne, immer geringer unsere Ruhe. Damit wird aus dem modernen Leben aber auch die Zeit zur Muße ausradiert, die Zeit zum Reflektieren und vor allem die Zeit zum Träumen. Ohne diese Auszeiten vom Alltagssprint wird jeglicher Kreativität die Basis entzogen. Die Folge: Neue Zukunftsentwürfe entstehen erst gar nicht. Eine bedrohende Situation für ein Land wie Deutschland, dessen Reichtum im Wesentlichen auf humanen Ressourcen beruht. Ich will dazu beitragen, diese Lähmung zu überwinden, indem ich zeige, wie Menschen neue Visionen und Utopien entwerfen und auch versuchen, diese zu realisieren. Manches davon ist handfest, anderes vielleicht eher unrealistisch. Aber das ist nicht entscheidend: Wichtig ist, dass wir uns wieder darauf fokussieren, das eigene Potential zu erkunden und uns etwas wagen.