EIN ANDERER BLICK

Dokumentarfilme über Menschen und ihre Welt

Wir helfen uns selbst (AT)

Self-Empowerment in Stuttgart und Köln verändert die Stadt

In Produktion

Ein Film von Susanne Böhm und Uwe Kassai

Eine Produktion für den SWR in der Reihe Echtes Leben

 

Was passiert, wenn Menschen, die wohnungs- oder obdachlos sind, beginnen, sich selbst zu helfen?

In Köln besetzen der Obdachlose André, der polnische Wanderarbeiter Richard und 30 andere Wohnsitzlose vor einem Jahr ein leerstehendes Bürogebäude. Ihr Projekt nennen sie „Obdachlose mit Zukunft“ – kurz OMZ. ‚Gemeinsam leben und arbeiten‘, lautet ihre Vision. Jeder Einzelne und alle zusammen sind für das Gelingen oder Scheitern ihrer gemeinsamen Idee verantwortlich. Sie erleben, dass sie etwas bewegen zu können. Pfarrer Mörtter vermittelt bei der Stadt. Nach mehreren Räumungsversuchen verpflichtet sich die Verwaltung, das Projekt zu unterstützen, beharrt aber dennoch auf dem Abriss des Hauses. Wie wird es mit den Bewohnern weitergehen? Wird das Alternativgebäude sich für die Arbeitsprojekte und Visionen der Bewohner eignen?

Als aufgrund von Corona die Essensausgaben für Bedürftige schließen, starten Harry und Iva unter der Paulinenbrücke in Stuttgart eine mobile Essensversorgung für Substituierte. Je sichtbarer und aktiver die Gruppe wird, desto mehr Unterstützung erfahren sie. So ist „Harrys Bude“ entstanden, eine selbstorganisierte Essensausgabe für Foodsharing-Spenden, auf dem Gelände der Kirchengemeinde von St. Maria nebenan, mit Harry als Organisator. Iva plant parallel, die Frauen auf der Straße zu organisieren. Als gegenüber von „Harrys Bude“ ein Bürohaus leer steht, wird das als Wink des Schicksals begriffen, hier eine Wärmestube einzurichten. Doch selbst die Wohlfahrtsinstitutionen und Teile von St. Maria stellen sich quer, denn dass dieses Klientel selber handelt, gar Forderungen stellt, ist nicht üblich. Aber der „Paule Club“, wie sie sich nennen, hat längst seine Stimme in der Stadt gefunden, bleibt hartnäckig – notfalls auch ohne Streetworker, trotz polizeilicher Repressalien und Ordnungsamt.

Redaktion: Katrin Grünewald (SWR)

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