EIN ANDERER BLICK

Dokumentarfilme über Menschen und ihre Welt

Klimaschützer gegen Stromriesen -

Vom Widerstand im Rheinischen Revier

Ein Film von Karin de Miguel-Wessendorf
Im Auftrag des WDR
Erstausstrahlung: 10. November 2016 um 22:40 Uhr im WDR-Fernsehen

Das rheinische Braunkohlerevier ist die größte CO²-Quelle Europas. Der Tagebau verschlingt ganze Dörfer, und auch den Hambacher Forst. Dagegen regt sich Widerstand. Im Wald entstehen Baumhäuser, rund 30 Baumbesetzer versuchen eine Rodung des wertvollen Biotopes zu verhindern. Und die Bewohner der betroffenen Dörfer verlassen keineswegs alle kampflos ihre Heimat – einige bleiben, so lange sie können. Unterstützt werden sie von einer Bürgerinitiative im benachbarten Buir, und von 1000 Klimaaktivisten aus ganz Europa, die den Tagebau Garzweiler für einen Tag besetzen und den Braunkohleabbau symbolisch stoppen. Sie wollen ein Signal an die internationalen Klimagipfel senden: Beendet die klimaschädlichste Art der Energiegewinnung.

Der Energiekonzern RWE will bis ins Jahr 2045 Braunkohle abbauen, steht aber unter immer größerem Druck, seit auch kirchliche Gruppen und Lokalpolitiker sich dem Widerstand angeschlossen haben. Tag 7 hat die Klimakämpfer ein Jahr lang begleitet. Zum Beispiel Clumsy, der sich ein Baumhaus in 18 Metern Höhe gebaut hat. Seit vier Jahren lebt er in 18 Metern Höhe, um zu verhindern, dass die Bagger vorrücken: „Allein dadurch, dass ich auf dem Baumhaus lebe, bin ich schon im Weg“.  Oder Lars Zimmer, einer der letzten Bewohner von Immerath. Die meisten Bewohner sind bereits umgesiedelt, doch er will seine Heimat nicht verlassen: „Wenn es mehr Widerstand gäbe, dann würde es RWE nicht ganz so leicht fallen, diese Dörfer hier dem Erdboden gleich zu machen.“ Und Antje Grothus aus Buir, wenige Kilometer vom Tagebau Hambach entfernt: „Wenn wir es nicht aufhalten können, werden die Bagger hier vor der Haustür stehen.“

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