Rund 10 Prozent des Hausmülls sind noch essbare Lebensmittel, so die Wiener Müllforscherin Felicitas Schneider.

Bäckerei in Douala, Kamerun, seit den Brotunruhen von 2008 vergittert und mit Wachleuten gesichert wie eine Bank.

Mehr als zehn Prozent der Brotproduktion werden in Deutschland weggeworfen.

Entladung eines Weizenschiffes in Douala. Die meisten afrikanischen Länder sind von Weizenimporten abhängig. Wenn die Preise auf dem Weltmarkt steigen, können sich die Armen kein Brot mehr leisten.
Kameramann Roland Breitschuh und Assistent Ralf Gromann beim Dreh in einem Supermarkt.

Frisch auf den Müll
Die globale Lebensmittelverschwendung

Ein Film von Valentin Thurn

Erstsendung in der ARD am 20. Oktober 2010, 23.30 Uhr (44 Minuten)

Die internationale Fassung läuft unter dem Titel "Taste the Waste" (55 Minuten) in den Niederlanden (BOS), Schweden (SVT), Irland (TG4), Spanien (TV3), Litauen (LVT), Finnland (YLE), Schweiz (TSR), Norwegen (NRK), Zypern (CYBC), Griechenland (ERT), Süd-Korea (CREO) und in weiteren Ländern (Liste wird aktualisiert).

Die Kurzfassung (29 Minuten) läuft im WDR-Fernsehen unter dem Titel "Essen im Eimer" am 25. Oktober 2010 um 7.50 Uhr und im NDR-Fernsehen am 26. Oktober

Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll! Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das entspricht etwa 500.000 Lkw-Ladungen pro Jahr. Regisseur Valentin Thurn hat das Ausmaß dieser Verschwendung international recherchiert – in den Abfall-Containern der Großmärkte, Lagerhallen und Supermärkte. Dokumentiert hat er überwältigende  Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, teilweise noch original verpackt, oft auch mit noch gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr!
Auf der Suche nach den Ursachen spricht Valentin Thurn mit Supermarkt-Managern, Bäckern, Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Bauern und EU-Politikern.
Was er findet, ist ein weltweites System, an dem sich alle beteiligen. Alles soll jederzeit verfügbar sein, Supermärkte bieten durchgehend die ganze Waren­palette an, bis spät in den Abend muss das Brot in den Regalen frisch sein, zu jeder Jahreszeit gibt es Erdbeeren. Und alles muss perfekt aussehen: Ein welkes Salatblatt, ein Riss in der Kartoffel, eine Delle im Apfel – sofort wird die Ware aussortiert. Joghurtbecher landen schon zwei Tage, bevor ihr Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, im Müll.
Dass die Hälfte der bereits produzierten Lebensmittel zu Abfall wird, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger, Pestiziden und rodet den Regenwald, sie ist damit für mehr als ein Drittel der Treibhausgase verantwortlich. Wenn Nahrungsmittel auf der Müllkippe verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das sich auf die Erderwärmung 25mal so stark auswirkt wie Kohlendioxid.
Der Wunsch der Konsumenten, über alles jederzeit verfügen zu können, verschärft auch den weltweiten Hunger. Die steigenden Weizenpreise belegen es:  Heute kaufen die Industrieländer ihre Lebensmittel auf dem Weltmarkt, ebenso wie die Entwicklungsländer. Würden wir weniger wegwerfen, müssten wir weniger einkaufen; die Preise fielen und es bliebe mehr für die Hungrigen.
Aber es geht auch anders: Valentin Thurn findet weltweit Menschen, die die irrsinnige Verschwendung zu stoppen versuchen: so genannte Mülltaucher, die Nahrungsmittel aus den Abfall-Containern der Supermärkte retten, Supermarkt-Direktoren, die ihre Kunden davon überzeugen, weniger klimaschädliche Produkte zu kaufen, Verbrauchervereine, die Bauern und Kunden direkt zusammenbringen. Kleine Schritte, die aber viel bewirken könnten: Wenn wir in den Industrieländern die Lebensmittelverschwendung nur um die Hälfte reduzieren, hätte das auf das Weltklima denselben Effekt, als ob wir auf jedes zweite Auto verzichten.

Dokumentarfilm 90 / 55 / 45 / 30 Minuten

Eine Co-Produktion von THURN FILM und SCHNITTSTELLE
Unterstützt von MEDIA (EU-Kommission), Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), KOCCA (koreanische Filmförderung).
Entwickelt mit Unterstützung der Documentary Campus Masterschool
(Bericht dazu im MEDIA newsletter auf Seite 12 und 13)

Der Film auf den Internet-Seiten der ARD zur Themenwoche „Essen ist Leben“:

Trailer auf Vimeo oder YouTube. Das Filmprojekt auf Reelisor

Taste the Waste
Internationale Kampagne gegen Lebensmittel-Müll

Website mit Blog, Youtube-Channel und Facebook-Seite der Kampagne