Hilfsarbeiterin Véronique muss Lebensmittel wegwerfen, die sie noch für gut essbar hält

Frisch auf den Müll
Die globale Lebensmittelverschwendung

Ein Film von Valentin Thurn, 44 Min.

Erstausstrahlung: 20. Oktober 2010, 23.30 Uhr, ARD
Wiederholhung: Do, 06. August 2015, Phoenix

Die internationale Fassung (55 Minuten) lief in den Niederlanden (BOS), Schweden (SVT), Irland (TG4), Spanien (TV3), Litauen (LVT), Finnland (YLE), Schweiz (TSR), Norwegen (NRK), Zypern (CYBC), Griechenland (ERT), Süd-Korea (CREO) und in weiteren Ländern (Liste wird aktualisiert).

Die Kurzfassung (29 Minuten) läuft im WDR-Fernsehen unter dem Titel "Essen im Eimer" am 25. Oktober 2010 um 7.50 Uhr und im NDR-Fernsehen am 26. Oktober

Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll! Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das entspricht etwa 500.000 Lkw-Ladungen pro Jahr. Regisseur Valentin Thurn hat das Ausmaß dieser Verschwendung international recherchiert – in den Abfall-Containern der Großmärkte, Lagerhallen und Supermärkte. Dokumentiert hat er überwältigende Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, teilweise noch original verpackt, oft auch mit noch gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr!
Auf der Suche nach den Ursachen spricht Valentin Thurn mit Supermarktmanagern, Bäckern, Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Bauern und EU-Politikern.
Was er findet, ist ein weltweites System, an dem sich alle beteiligen. Alles soll jederzeit verfügbar sein, Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an, bis spät in den Abend muss das Brot in den Regalen frisch sein, zu jeder Jahreszeit gibt es Erdbeeren. Und alles muss perfekt aussehen: Ein welkes Salatblatt, ein Riss in der Kartoffel, eine Delle im Apfel – sofort wird die Ware aussortiert. Joghurtbecher landen schon zwei Tage, bevor ihr Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, im Müll.
Dass die Hälfte der bereits produzierten Lebensmittel zu Abfall wird, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger, Pestiziden und rodet den Regenwald, sie ist damit für mehr als ein Drittel der Treibhausgase verantwortlich. Wenn Nahrungsmittel auf der Müllkippe verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das sich auf die Erderwärmung 25mal so stark auswirkt wie Kohlendioxid.
Der Wunsch der Konsumenten, über alles jederzeit verfügen zu können, verschärft auch den weltweiten Hunger. Die steigenden Weizenpreise belegen es: Heute kaufen die Industrieländer ihre Lebensmittel auf dem Weltmarkt, ebenso wie die Entwicklungsländer. Würden wir weniger wegwerfen, müssten wir weniger einkaufen; die Preise fielen und es bliebe mehr für die Hungrigen.
Aber es geht auch anders: Valentin Thurn findet weltweit Menschen, die die irrsinnige Verschwendung zu stoppen versuchen: so genannte Mülltaucher, die Nahrungsmittel aus den Abfall-Containern der Supermärkte retten, Supermarkt-Direktoren, die ihre Kunden davon überzeugen, weniger klimaschädliche Produkte zu kaufen, Verbrauchervereine, die Bauern und Kunden direkt zusammenbringen. Kleine Schritte, die aber viel bewirken könnten: Wenn wir in den Industrieländern die Lebensmittelverschwendung nur um die Hälfte reduzieren, hätte das auf das Weltklima denselben Effekt, als ob wir auf jedes zweite Auto verzichten. Mehr...

Eine Co-Produktion von THURN FILM und SCHNITTSTELLE-FILM KÖLN
Unterstützt von MEDIA (EU-Kommission), Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), KOCCA (koreanische Filmförderung).
Redaktion: Angelika Wagner (WDR), Andrea Ernst (WDR), Dirk Neuhoff (NDR) und Babeth Vanloo (BOS).

Der Film auf den Internet-Seiten der ARD zur Themenwoche „Essen ist Leben“:

Trailer auf Vimeo oder YouTube. Das Filmprojekt auf Reelisor

Die DVD "Frisch auf den Müll" kann beim Filmsortiment bestellt werden.

Pressestimmen

„Dieser Film stößt in Deutschland eine längst überfällige Debatte an.“ Klaus Töpfer, Vizepräsident der Welthungerhilfe

„Der Abfallthriller.“ tagesspiegel

„Thurns Film vermeidet den erhobenen Zeigefinger und schildert mit großer Ruhe die verstörende Verschwendung von Lebensmitteln in der westlichen Welt. Geschickt montiert aus vielen kleinen Interview-Episoden und Momentaufnahmen gelingt Thurn eine vielschichtige Dokumentation “ Süddeutsche Zeitung Online

„zeigt unaufgeregt, aber eindrücklich, wie unsere systematische Verschwendung von Lebensmitteln ärmere Staaten in den Hunger treibt. […] Was ihn auszeichnet, sind seine Lösungsvorschläge, keine weltverbessernden […], sondern pragmatische“ Die Welt

"Der Inbegriff der Kampagne mit dokumentarfilmischen Mitteln ist Valentin Thurns Film'Taste the Waste" taz

Internationale Kampagne gegen Lebensmittel-Müll:

Website mit Blog, Youtube-Channel und Facebook-Seite der Kampagne